Sport Security in unterschiedlichen FacettenSportorganisationen und -vereine

Jedes Gastgeberland und jedes Turnier muss man für sich betrachten, analysieren und bewerten. Aber 80 Prozent der Standardmaßnahmen sind im Wesentlichen gleich. Doch es gibt Bedrohungen, die es vor sieben, acht Jahren noch nicht gab
(Helmut Spahn, Director Security FIFA, „Welt“, 03.06.18)

Aus krimineller Perspektive bieten Sportorganisationen und -vereine, ihre Großveranstaltungen, Funktionäre und Athleten eine besondere Zielattraktivität. In der fachlichen Auseinandersetzung mit entsprechenden Bedrohungen dürfen Phänomene wie Terror, Cyber und Korruption nicht unberücksichtigt bleiben. Die Kunst ist es, Sicherheitsbelange mit Sport-kontextuellen Besonderheiten und wesentlichen Stakeholderinteressen in Einklang zu bringen. Das braucht neben Fingerspitzengefühl und sauberer Methodik auch ein solides Verständnis allfälliger Rahmenbedingungen.

Beratungsschwerpunkte

  • Risiko- und Gefährdungsanalysen im Kontext Sport

    Nach wissenschaftlich empfohlener Methode werden alle maßgeblichen objektiven Kriterien sowie subjektiven Einschätzungen zur spezifischen Risikosituation bestimmter Personen, Organisationen oder Veranstaltungen zusammengestellt und evaluiert. Typischerweise berücksichtigen wir dabei die besondere Zielattraktivität von Major Events, den Angriffsreizwert und die Symbolwirkung von Sportverbänden, Vereinen oder Mannschaften aber auch individuelle Bedrohungsfaktoren, die sich zum Beispiel aus der Wahrnehmung einzelner Sportler als Exponenten eines bestimmten Lebensstils oder ihrer Signalwirkung auf potenzielle Stalker ergeben können. Ein Abgleich zwischen Risikoprofil und möglicherweise bereits existierenden Schutzmaßnahmen liefert dann wertvolle Hinweise für die Erstellung bzw. Anpassung von Sicherheitskonzeptionen.

  • Ableitung individueller Sicherheitsdispositive für Veranstaltungen und Akteure

    Sind relevante Risiken in qualitativer und quantitativer Hinsicht analysiert und dargestellt, muss ein strategischer Handlungsrahmen für ihre Steuerung gesetzt werden. Aus rein fachlicher Sicht ist das relativ einfach. Was aber prinzipiell nicht an den Sicherheitsberater delegiert werden kann, ist die stellvertretende Wahrnehmung verschiedenster Stakeholder-Interessen. Am Ende dominiert die Expertenperspektive eher selten. Die Kunst ist es, ein Sicherheitsdispositiv abzuleiten, das seinen Namen wirklich verdient, genügend Raum für den Sport und seine Akteure zugesteht, aber auch Wirtschaftlichkeitsfaktoren berücksichtigt.

  • Übergeordnete strategische Sicherheitsplanung für Major Events

    Die Bedrohungen für Sport-Großveranstaltungen sind global, komplex und meist asymmetrisch. Jüngste Vorfälle erinnern leider immer wieder daran, dass nicht nur mit Angriffen auf IT-Infrastrukturen, Verletzungen von moralischen Werten und rechtlichen Normen, sondern auch mit Gewalttaten gegen Personen, u.U. sogar mit dem Verlust von Menschenleben gerechnet werden muss. Trotzdem werden Sicherheitskonzepte für Major Events nicht selten ohne sorgfältige und ganzheitliche Risikobetrachtung „verordnet“. Wir plädieren im Interesse der Vermeidung bzw. Begrenzung empfindlicher Schäden und juristischer Konsequenzen für eine rechtzeitige und strategische Planung von Sicherheitsvorkehrungen.

  • Aufbau oder Überprüfung von Ernstfallmanagement-Strukturen

    Sport Security Konzepte dürfen Worst-Case-Szenarien nicht ausklammern. Schonungslos muss im Rahmen der Sicherheitsplanung das Thema Ernstfallmanagement adressiert und entsprechende Vorsorge getroffen werden. Schadensfälle in der Vergangenheit haben gezeigt, dass in diesen Bereichen selbst bei Großveranstaltungen gerne an Aufmerksamkeit und finanziellen Mitteln gespart wird – mit fatalen Konsequenzen. Streng risikoadjustiert entwickeln und implementieren wir passende Notfall- und Krisenmanagementstrukturen. Wo bereits Vorkehrungen existieren, liefern unsere Auditierungen Anhaltspunkte zu Status Quo und Optimierungspotenzialen.

  • Sicherheitskoordination bei internationalen Wettbewerben und Turnieren

    Die letzte Verantwortung für die Sicherheit bei großen internationalen Meisterschaften liegt per se in den Händen des ausrichtenden Landes respektive seinen für diesen Zweck errichteten Organisations-Komitees. Durch schriftlich kodifizierte und teilweise komplexe Vorschriften übergeordneter Sportorganisationen ist aber ein verbindlicher Orientierungsrahmen gesetzt. Der Abstimmungsbedarf wird noch gesteigert, wenn teilnehmende nationale Verbände, deren Mannschaften oder Athleten, ihrerseits spezielle Sicherheitsperspektiven und Erwartungen „ins Spiel“ bringen. Je nach Mandat unterstützen wir Veranstalter, Ausrichter oder Teilnehmer in der Koordination und Durchsetzung ihrer organisationalen oder individuellen Sicherheitsinteressen und -ziele.

  • Einführung und Optimierung ganzheitlicher Fraud-Management-Systeme

    Globale Sportverbände müssen sich zunehmend mit Doping, Korruption und anderen Formen der Wettbewerbsmanipulation auseinandersetzen. Das Dilemma scheint darin begründet, dass wirtschaftliche Interessen und „sauberer Sport“ nur schwer vereinbar sind. Nichtstun und auf die notwendige strukturelle Reform warten, kann aber keine Option sein. Ein effektives Bekämpfungskonzept muss Maßnahmen zur Prävention, Entdeckung und adäquaten Reaktion auf dolose Handlungen vorsehen.

    PROTEUS.one arbeitet nach einem modularen Beratungsansatz, der nicht darauf ausgelegt ist, isolierte Teilsysteme zu implementieren, sondern Lösungen anzubieten, die sich in eine vorhandene Governance-Struktur integrieren lassen.

  • Data Protection und Cyber Security für Sportorganisationen

    Anti-Doping-Agenturen und Sportverbände sind in der jüngeren Vergangenheit vermehrt zum Ziel professionell geführter, teils staatlich gelenkter, Cyberattacken geworden. In der Folge sind Anmeldedaten von Verbands-Offiziellen über „Phishing“ beschafft und benutzt oder persönliche Daten und medizinische Ausnahmegenehmigungen von Athletinnen und Athleten illegal online gestellt worden. Dass es in der Abwehr relevanter Bedrohungen nicht mir rudimentären Sicherheitsvorkehrungen getan sein kann, liegt auf der Hand. Cyber Security muss umfassender definiert sein als konventionelle IT-Security und sich auf den Schutz von Daten und Informationssystemen im weitesten Sinne beziehen. Dazu können beispielsweise auch der physische Schutz von Gebäuden und Serverräumen, Abwehreinrichtungen gegen Malware, Netzwerksicherheit oder die Sicherung von Cloud-Infrastrukturen gehören.